Klimaziele im Unternehmen: Fahrplan für eine wirksame Klimastrategie

5. Oktober 20268 Min. Lesezeit
Klimaziele entwickeln & erreichen ⬤ Risiken minimieren, Wettbewerbsvorteile sichern, Klimaschutzziele in der Strategie verankern, Emissionsreduktionsziele …

Wer als Unternehmen vielfältige Risiken minimieren und Chancen nutzen will, kommt an klaren Klimazielen nicht vorbei. Wie Unternehmen Klimaziele entwickeln, umsetzen und erfolgreich in ihre Strategie integrieren – ein Fahrplan für Mittelstand und Konzerne. 

Klimaziele sind das Fundament jeder ernst gemeinten Klimastrategie – egal, ob im Mittelstand oder in großen Unternehmen.  

Was sind Klimaziele?
Klimaziele sind zum Beispiel absolute Reduktionsziele wie „bis 2030 reduzieren wir unsere Scope 1 und 2 Emissionen um 50% im Vergleich zu 2024“, oder Angleichungsziele, die Quoten etwa für die Anteile von Ökostrom oder nachhaltiger Materialien definieren.  

Klimaschutzziele helfen, Prioritäten zu setzen, Fortschritte messbar zu machen und Klimaschutz verbindlich in der Organisation zu verankern. Und nicht zuletzt: Verbunden mit einem Maßnahmenplan senden sie ein deutliches Signal nach außen, dass Nachhaltigkeit kein leeres Versprechen ist, sondern Ambition und Wegbeschreibung. 
Und das wird auch immer wichtiger: Von Unternehmen wird zunehmend erwartet, dass sie auch den Weg dorthin nachvollziehbar beschreiben – mit konkreten Maßnahmen, Zwischenzielen, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und geeigneten Monitoringprozessen. Aktuelle Entwicklungen rund um den SBTi Corporate Net-Zero-Standard und Klimatransitionspläne unterstreichen diese Entwicklung.

 

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In diesem Beitrag zeigen wir, warum Klimaziele im Unternehmen so entscheidend sind, wie Sie diese entwickeln und umsetzen – und wie Sie sie langfristig in Ihre Unternehmensstrategie integrieren. 

Warum Klimaziele für Unternehmen so entscheidend sind

Klimaziele geben die Richtung vor. Sie übersetzen Klimaschutz in strategisch steuerbare Ziele – und machen aus Ambitionen eine klare Richtungsvorgabe. Für Unternehmen bedeutet das: weniger auf flüchtige Trends reagieren, dafür relevanten Impact vermehrt aktiv selbst gestalten. 

Die wichtigsten Gründe auf einen Blick: 

  • Risiken minimieren: Steigende regulatorische Anforderungen und auch die CO₂-Bepreisung erhöhen den Handlungsdruck. Emissionsziele sorgen für Planbarkeit und helfen zugleich, teure Ad-hoc-Maßnahmen zu vermeiden. 
  • Finanzierung erleichtern: ESG-Kriterien spielen bei Krediten und Investments eine immer größere Rolle. Klimaziele zahlen direkt auf Ihre nachhaltige Unternehmensstrategie ein. 
  • Wettbewerbsvorteile sichern: Wer frühzeitig auf effiziente, emissionsarme Produkte und Prozesse setzt, wird zum Innovationstreiber – und kann sich vom Wettbewerb abheben. 
  • Stakeholder überzeugen: Kund:innen, Partner und Investor:innen erwarten konkrete, nachvollziehbare Ziele. Beim ESG-Reporting reichen vage Aussagen oder reine Kompensation nicht mehr aus.

 

Klimaziele entwickeln und umsetzen: Ihr 6-Schritte-Fahrplan

Emissionsreduktionsziele entwickeln und erreichen – das klingt nach hohen Hürden. Doch mit einem klaren Fahrplan werden aus dem großen Ziel kleine Abschnitte in einem realistischen Projekt. 

Die folgenden sechs Schritte für Klimaziele in Unternehmen helfen Ihnen, strukturiert vorzugehen und typische Fehler zu vermeiden: 

1. Klimabilanz im Unternehmen erstellen

Bevor Sie Emissionsreduktionsziele setzen, müssen Sie wissen, wo Sie stehen. Überlegen Sie: Wo entstehen die größten Emissionen? Ein vollständiger Corporate Carbon Footprint (CCF) ist eine solide Ausgangsbasis. Achten Sie dabei auf die Qualität Ihrer Daten: Aktivitätsdaten sind verlässlicher als rein finanzbasierte Schätzungen – und liefern die nötige Tiefe für echte Hotspot-Analysen.

 

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2. Reduktionspotenziale identifizieren

Überlegen Sie hier: Mit welchen Maßnahmen lassen sich welche Emissionen reduzieren? Gibt es Quick-Wins? Welche Hebel haben Sie intern – und wo braucht es die Einbindung externer Akteure, etwa in der Lieferkette?  

Ziel ist eine erste Maßnahmenübersicht, mit der Sie Potenziale quantitativ und vom Aufwand her realistisch einschätzen können. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die erwartete Emissionsminderung, sondern auch Investitionsbedarf, technische Voraussetzungen, Verantwortlichkeiten und zeitliche Abhängigkeiten. 

So entsteht die Grundlage für einen Umsetzungsplan, der zeigt, wie aus dem Klimaziel konkrete Veränderung wird. Sofern Sie externe Rahmenwerke für die Bestimmung der Zielambition nutzen, empfehlen wir, Schritt 2 und 3 zu tauschen, damit das Niveau der Maßnahmen ausreichend für die Zielerreichung ist. 

3. Ziele ableiten und Ambition definieren

Jetzt wird es konkret: Auf Basis der Potenziale definieren Sie ein realistisches und zugleich ambitioniertes Ziel. Dabei sollten Sie auch festlegen, welche Art von Klimazielen zu Ihrem Unternehmen passen – etwa ein absolutes Reduktionsziel, ein Intensitätsziel oder ein Angleichungsziel. 
Entscheidend ist, dass das Ziel nicht losgelöst von den tatsächlichen Transformationsmöglichkeiten des Unternehmens formuliert wird. Prüfen Sie deshalb frühzeitig, welche Maßnahmen, Investitionen, Technologien und Veränderungen in der Wertschöpfungskette für die Zielerreichung erforderlich sind. 

4. Ziele finalisieren und auf Führungsebene verankern

Stellen Sie sicher, dass Ihre Geschäftsleitung die Ziele nicht nur freigibt, sondern aktiv treibt. Zeigen Sie dabei auch die finanziellen Auswirkungen auf – positiv wie negativ. Nur so entsteht die nötige Verbindlichkeit. 

Zur Verankerung gehört außerdem, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege eindeutig festzulegen. Nur wenn Klimaziele mit Ressourcen, Zuständigkeiten und relevanten Unternehmensentscheidungen verbunden sind, entsteht die nötige Verbindlichkeit für die Umsetzung.

5. Maßnahmen priorisieren und Roadmap entwickeln

Bewerten Sie die Maßnahmen: Was bringt kurzfristig Wirkung, was ist strategisch entscheidend? Planen Sie auf mehrere Jahre, statt nur von Budget zu Budget. Ziel ist eine belastbare, mehrjährige Roadmap, die Orientierung für alle Beteiligten bietet. azu gehören unter anderem messbare Zwischenziele, Zeitpläne, Verantwortlichkeiten, benötigte Ressourcen und geeignete Kennzahlen zur Fortschrittsmessung. 

Ein solcher Plan macht sichtbar, ob das Klimaziel unter den gegebenen Rahmenbedingungen tatsächlich erreichbar ist – und an welchen Stellen nachgesteuert werden muss. 

6. Fortschritte messen und transparent kommunizieren

Ein Klimaziel entfaltet seine Wirkung erst durch kontinuierliches Tracking und etwaiges Nachsteuern. Etablieren Sie klare Reportingstrukturen und machen Sie Fortschritte sichtbar – intern für die Steuerung, extern für Ihre Stakeholder. Gerade bei öffentlich kommunizierten Zukunftszielen, die in den Anwendungsbereich der EmpCo fallen, gilt es einige Dinge zu beachten: Es ist wichtig, dass Aussagen mit dem tatsächlichen Umsetzungsstand übereinstimmen und durch nachvollziehbare Nachweise gestützt werden. 

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Klimaziele in der Unternehmensstrategie verankern

Ein Ziel allein reicht nicht. Damit Emissionsreduktionsziele im Unternehmen Wirkung entfalten, müssen sie in zentrale Prozesse integriert werden: 
  • In der Strategie: Klimaziele gehören auf die Agenda der Geschäftsleitung. 
  • Im Controlling: Wirtschaftlichkeit und CO₂-Einsparungen sollten Sie zusammen denken. 
  • Im Einkauf: Lieferant:innen systematisch einbinden – das ist besonders relevant bei Scope-3-Emissionen. 
  • In der Investition: Berücksichtigen Sie Klimakriterien bei Entscheidungen, vermeiden Sie Lock-in-Effekte. 
  • In der Vergütung: Etablieren Sie Zielerreichung als Bestandteil der Managementverantwortung. 
 

So werden Klimaziele Teil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie – nicht etwas, das nebenherläuft. 

Ambition und Langfristigkeit bei Klimazielen

Glaubwürdige Klimaziele für Unternehmen hängen nicht nur von der Richtung ab, sondern auch vom Niveau und Zeithorizont. 

  • Zielabdeckung: Scope 1, 2 und – soweit möglich – auch Scope 3 sollten berücksichtigt werden. 

  • Zielausrichtung: Ob entlang regulatorischer Vorgaben oder kompatibel mit dem 1,5°C-Pfad der Science Based Targets initiative (SBTi)  – entscheidend ist ein klarer Reduktionspfad. 

  • Zeithorizont: Neben einem langfristigen Ziel (z. B. Net Zero bis 2050) braucht es konkrete Meilensteine in 5-bis-10-Jahres-Schritten – auch, um den Anforderungen der CSRD gerecht zu werden. 

  • Umsetzungsfähigkeit: Ein ambitioniertes Ziel sollte mit den notwendigen Maßnahmen, Investitionen und Ressourcen verbunden sein. Ein Klimatransitionsplan kann dabei helfen, die Verbindung zwischen Ziel, Geschäftsmodell, Investitionsplanung und operativer Umsetzung sichtbar zu machen. 

Externe Validierungen der Klimaziele durch SBTi oder Tools wie right° schaffen zusätzliches Vertrauen – intern wie extern. 

5 häufige Fehler bei Klimazielen

Zu guter Letzt vermeiden Sie klassische Fehler: 

  • Klimaziel-Kommunikation ohne Substanz: Schlagworte ohne konkrete Maßnahmen untergraben Glaubwürdigkeit.  

  • Klimaziele ohne ausreichenden Umsetzungsplan: Ein Ziel allein zeigt noch nicht, wie die Zielerreichung gelingen soll. Fehlen Zwischenziele, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und ein realistischer Zeitplan, bleibt das Klimaziel eine reine Absichtserklärung.  

  • Klimaschutzziele mit falscher Ambition: Wer zu wenig anstrebt, wird weder regulatorischen Vorgaben noch Stakeholder-Erwartungen gerecht. Unrealistische Emissionsreduktionsziele lassen sich jedoch ebenfalls nicht dauerhaft halten und führen zu Enttäuschungen und Vertrauensverlust. 

  • Keine Einbettung: Klimaziele bleiben wirkungslos, wenn sie nicht in Strategie, Investitionen oder Vergütungssysteme einfließen.  

  • Kompensation statt Reduktion: Ausgleichsmaßnahmen einzukaufen ist okay – ersetzt aber keine tiefgreifende Emissionsminderung. Diese muss vorher stattfinden.  

Fazit: Klimaziele erreichen heißt Zukunft sichern

Klimaziele entwickeln und umsetzen ist kein Selbstzweck – es ist ein strategischer Prozess, der Unternehmen zukunftsfähig macht. Dabei verschiebt sich der Fokus zunehmend von der reinen Zielsetzung hin zur tatsächlichen Umsetzung. 

Wer ihn planvoll angeht, sich realistische Ziele setzt und diese konsequent integriert, reduziert klimabedingte Risken, nutzt die Chancen und wird als glaubwürdiger Akteur im Klimaschutz wahrgenommen. Klimaziele sind damit nicht nur ein Zielbild, sondern ein Steuerungsinstrument für die Transformation des Unternehmens. Entscheidend ist, dass auf die Zielsetzung konkrete Fortschritte folgen – und dass diese Fortschritte regelmäßig überprüft, transparent gemacht und bei Bedarf angepasst werden. 

 

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