Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) markiert einen Wendepunkt in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die CSR-Richtlinie schafft eine bisher nicht gekannte Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen. Wir zeigen Ihnen, was neu ist, was das für Ihr Unternehmen bedeutet, wie Sie diese Herausforderung meistern und welche Chancen sich daraus ergeben.
Im Gepäck der neuen Richtlinie kommen zahlreiche Herausforderungen auf die Unternehmen zu, die wir in diesem Beitrag klären wollen – um dann zu zeigen, wo die CSR-Richtlinie echte Chancen für Ihr Unternehmen bietet und wie Ihre ersten Schritte konkret aussehen könnten.
Was ändert sich mit der Corporate Sustainability Reporting Directive?
Die neue Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) weitet die bisherigen Vorgaben zur Berichterstattung über nicht-finanzielle Aspekte ab 2024 deutlich aus.
- Die neue CSRD ist umfassender als bisherige Berichtsstandards und bezieht sich auf zahlreiche Aspekte in den Bereichen E, S und G.
- Die CSR-Richtlinie nimmt weit mehr Unternehmen als bisher in die Pflicht und sorgt somit für nachhaltige Transformation in der Breite.
- Nicht-finanzielle KPIs unterliegen mit der CSRD zum ersten Mal dem Bilanzrecht und müssen demnach geprüft werden. Der Zeitplan für die Offenlegung und Prüfung orientiert sich an der Offenlegung der finanziellen KPIs.
- Darüber hinaus fand ein intensiver Austausch und Abgleich mit anderen internationalen Standards wie GRI, TCFD oder ISSB statt, um die neuen Anforderungen auf gleichzeitige Anwendbarkeit zu prüfen. Bereits berichtende Unternehmen haben so die Möglichkeit, mit geringem Mehraufwand auch nach anderen Standards zu berichten.
- Die CSR-Directive basiert auf einer umfassenderen Wesentlichkeitsanalyse, die auch die größte Weiterentwicklung darstellt. Unter der sogenannten doppelten Wesentlichkeit analysieren Unternehmen sowohl ihre tatsächlichen und möglichen Auswirkungen auf die Umwelt als auch die finanziellen Chancen und Risiken (Inside-Out-Perspektive / Outside-In-Perspektive).
- Für wesentliche Themen gibt die CSR-Richtlinie die Veröffentlichung von Zielen und Policies aber auch klar definierte KPIs und Metriken. Insgesamt sind in den Standards mehrere hundert Datenpunkte definiert. Davon müssen jedoch nur die als wesentlich identifizierten berichtet werden. Dank klar vorgegebener Datenpunkte, die berichtet werden müssen, steigt einerseits die Vergleichbarkeit von Unternehmen, andererseits aber auch die Nachvollziehbarkeit von Entwicklungen über die Zeit.
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Für welche Unternehmen gilt die CSRD?
Auch nicht börsennotierte Unternehmen fallen bereits unter die CSRD, sofern sie mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllen:
- eine Bilanzsumme über 25 Millionen Euro,
- Nettoumsatzerlöse über 50 Millionen Euro oder
- mehr als 250 Beschäftigte.
Es wird geschätzt, dass in der EU etwa 50.000 Unternehmen, davon allein in Deutschland rund 15.000 von dieser Regelung betroffen sind.
Ab wann gilt die Corporate Sustainability Reporting Directive?
- In Geschäftsjahren, die am oder nach dem Januar 2024 beginnen, sind zunächst Unternehmen berichtspflichtig, die bisher der NFRD unterliegen.
- In Geschäftsjahren, die am oder nach dem Januar 2025 beginnen, werden alle anderen großen bilanzierenden Unternehmen einbezogen (wie oben beschrieben: ab Bilanzsumme 25 Mio. Euro, ab 50 Mio. Euro Nettoumsatzerlöse oder mehr als 250 Beschäftigten).
- Ab Geschäftsjahren, die am oder nach dem Januar 2026 beginnen, gilt die Corporate Sustainability Reporting Directive auch für Kapitalmarkt-KMUs.
Kleineren Unternehmen mit weniger als 750 Beschäftigten wird zusätzlich in spezifischen Bereichen eine Übergangsfrist gewährt, und damit die Möglichkeit gegeben, sich mehr Zeit für die Vorbereitung und Einführung zu nehmen.
Was bedeutet die CSRD für Unternehmen?
Für die Unternehmen bedeutet die CSRD unter anderem:
- Erweiterte Berichtspflicht: Unternehmen müssen umfassend über Nachhaltigkeitsaspekte wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) berichten. Die Berichte müssen zudem in einem digitalen Format vorliegen, auch um Zugänglichkeit und Analyse zu erleichtern.
- Standardisierung der Berichterstattung: Die CSR-Richtlinie führt einheitliche Standards für Nachhaltigkeitsberichte ein (European Sustainability Reporting Standards, ESRS), was zu mehr Transparenz führt und unternehmerische Nachhaltigkeitsleistungen vergleichbarer macht.
- Chancen für Innovation, Transformation und Kommunikation: Man kann die die CSR-Richtlinie als reine Pflicht sehen, doch man kann auch einen Schritt weitergehen. Unternehmen können die Richtlinie aktiv nutzen, um nachhaltigere Praktiken zu entwickeln und umzusetzen. Richtig umgesetzt, kann sie helfen, die Kommunikation und Interaktion mit Stakeholdern zu Nachhaltigkeitsthemen zu verbessern.
- Erhöhter Anspruch: Die Erstellung der Berichte wird für viele Unternehmen mit einem erhöhten Anspruch an Nachhaltigkeitsleistung und finanziellem Aufwand verbunden sein. Das ist ein Grund mehr, sich darüber Gedanken zu machen, welche Chancen sich aus der CSRD ergeben können.
- Prüfungspflicht: Die Berichte müssen von einem unabhängigen Dritten geprüft werden, was die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Informationen erhöht. Achten Sie hier auf einen Partner, der über das reine Reporting hinausdenkt und die Kompetenz mitbringt, die CSR-Richtlinie als Chance für die Nachhaltigkeitsleistung und die Nachhaltigkeitskommunikation zu sehen.
Den übergeordneten Kontext liefert der europäische Green Deal: Er soll den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft gestalten, die bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr verursacht, das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung unabhängig macht und bei alledem ausdrücklich niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich lässt.
Wie geht es mit der CSR-Richtline für Unternehmen weiter?
Dennoch sollten Unternehmen sich sehr schnell auf die Berichterstattung nach CSRD vorbereiten und dabei die neuesten Vorgaben und Änderungen berücksichtigen.
Außerdem lohnt es sich, jetzt schon eine Strategie zu entwickeln, um die zu berichtenden Inhalte auf vielfältige Weise zu kommunizieren. Hierin liegt eine der Chancen, sich frühzeitig mit der CSR-Richtlinie auseinanderzusetzen.
Warum CSRD-Kommunikation wichtig ist
Unternehmen sollten die CSRD daher nicht bloß als regulatorische Anforderung verstehen. Wer hier schnell die Initiative übernimmt und die ersten Schritte geht, kann sich früh positionieren und klar vom Wettbewerb abheben.
Die Nachhaltigkeitskommunikation muss sich dabei nicht nur die Offenlegung des integrierten Lageberichts beschränken, kein Stück totes Papier und auch kein abstrakter Datensatz bleiben, der nur gesetzliche Standards erfüllt. Klug in die unternehmerische Kommunikationsstrategie integriert, können die neu geschafften Daten und Fakten Ihnen helfen, unternehmerische Nachhaltigkeit allgemeinverständlich und ansprechend an verschiedene Zielgruppen zu kommunizieren – und auch ihre bestehenden Kommunikationskanäle zu bereichern.
Was Sie jetzt tun können: 6 nächste Schritte für Ihre CSRD-Berichterstattung
Hier 6 nächste Schritte, die Ihr Unternehmen bei CSRD gehen kann:
1. Ambitionsniveau festlegen und Wesentlichkeitsanalyse durchführen
2. Datenmanagementsysteme und KPIs definieren
3. Ziele setzen und Handlungsfelder festlegen
4. CSRD/Berichterstattung koordinieren und managen
5. Kommunikationsstrategie konzipieren
6. Feedback einholen und schrittweise verbessern
Fazit: Mit der CSR-Richtlinie früh anfangen, CSRD-Chancen nutzen
Nutzen Sie die CSR-Richtlinie auch, um Ihr Nachhaltigkeitsengagement transparent darzustellen und glaubwürdig zu kommunizieren. Sehen Sie diese EU-Richtlinie nicht nur als regulatorische Pflicht, sondern als Chance, sich durch frühzeitiges Handeln und eine klare Positionierung vom Wettbewerb abzuheben. Integrieren Sie die Nachhaltigkeitskommunikation geschickt in Ihre Kommunikationsstrategie, um ihn zu einem lebendigen Teil Ihrer Unternehmenskommunikation zu machen, der Ihre Nachhaltigkeitsleistung über unterschiedlichste Kanäle verständlich an definierte Zielgruppen vermittelt.
Fakt ist: Die CSRD kommt. Konsequent durchdachte Schritte heute könnten morgen Ihr großer Vorsprung sein. Fangen Sie klein an, aber fangen Sie jetzt an!
Disclaimer: Dieser Inhalt wurde vor Veröffentlichung der Vorschläge zur Omnibus-Verordnung durch die EU-Kommission am 26.02.2025 erstellt. Die Vorschläge zu Änderungen von CSRD, CSDDD und Taxonomieverordnung gehen im nächsten Schritt an das Europäische Parlament und den Rat, die darüber beraten und entscheiden werden.
Die Änderungen treten erst in Kraft, wenn beide gesetzgebenden Organe eine Einigung über den Vorschlag erzielt haben. Bis dahin behalten die hier bereitgestellten Inhalte ihre Gültigkeit. Sobald die geplanten Änderungen verabschiedet und im Amtsblatt der EU veröffentlicht sind, passen wir unsere Inhalte entsprechend an.
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