right° veröffentlicht whatif? Report 2025: DAX40 zeigen Fortschritt bei Klimazielen – doch das Tempo reicht nicht

10.11.2025

Neue Analyse offenbart Innovationslücke und Diskrepanz zwischen Ambition und Umsetzung

Das Frankfurter Climate-Tech-Unternehmen right° hat seinen jährlichen whatif?“-Report veröffentlicht. Die Analyse untersucht die Klimawirkung der DAX40-Unternehmen und zeigt erstmals auf Basis der neuen CSRD-Transparenzanforderungen, wie weit Deutschlands größte börsennotierte Unternehmen auf dem Weg zum 1,5°C-Ziel gekommen sind. Das zentrale Ergebnis: Fortschritt ist erkennbar, aber die Geschwindigkeit der Transformation bleibt deutlich hinter dem Erforderlichen zurück. 

Deutlich verbesserte Datenbasis durch CSRD

Die auffälligste Veränderung im whatif? Report 2025 zum Vorjahr liegt in der Abdeckung und Datenqualität: Konnten 2024 noch 28 Unternehmen analysiert werden, sind es im aktuellen Report bereits 34 der 40 DAX-Mitglieder – eine Steigerung von 79% auf 85%. 

Diese Verbesserung ist direkt auf die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zurückzuführen, die Unternehmen zu geprüften, nachvollziehbaren Emissionsdaten verpflichtet. Damit wird erstmals eine belastbare Vergleichbarkeit der Klimaperformance möglich. 

Alle analysierten DAX40-Unternehmen verfügen inzwischen über ein Klimaziel, 28 davon haben sich einem Science Based Target (SBT) verpflichtet. 

Die verbesserte Transparenz macht jedoch auch sichtbar, wo erhebliche Umsetzungslücken bestehen. 

  

Drei Kernergebnisse: Innovationslücke, Umsetzungsdefizit und Datentransparenz

Der whatif? Report 2025 identifiziert drei zentrale Entwicklungen: 

 

1. Die Innovationslücke schließt sich nicht schnell genug:

Selbst, wenn alle DAX40-Unternehmen ihre kommunizierten Klimaziele erreichen würden, läge ihre Klimawirkung bei 1,9°C (Target XDC) – und damit über dem Paris-Ziel von 1,5°C.

Die Baseline XDC, also die Klimawirkung ohne zusätzliche Maßnahmen, beträgt im Median 4,3°C. Der entscheidende Punkt: Die Innovationslücke ist keine Wissenslücke mehr. Die Technologien für eine klimaneutrale Wirtschaft – von grüner Energie über Speichertechnologien bis zu digitalen Steuerungssystemen – existieren weitgehend. Ihr Einsatz scheitert an Skalierung, Investitionskraft und Governance. 

2. Ein Ziel zu haben heißt nicht, es auch zu erreichen:

Die neue Kennzahl XDC Track Record, die im diesjährigen whatif? Report 2025 eingeführt wurde, quantifiziert erstmals den tatsächlichen Klimapfad eines Unternehmens auf Basis berichteter Emissionsdaten und macht die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Realität sichtbar.

Die CSRD macht erstmals sichtbar, wer Klimaziele nur formuliert und wer sie tatsächlich umsetzt. Der XDC Track Record Combined, der die reale Klimawirkung seit 2019 misst, liegt bei 2,4°C.

Unternehmen mit Science Based Targets weisen zwar einen besseren Track Record auf (2,3°C) als solche ohne SBT (3,0°C), doch auch sie verfehlen das 1,5°C-Ziel im Median.

Die neue Kennzahl offenbart: Ambition und Umsetzung klaffen auseinander. 

3. Die Datenlage hat sich weiter verbessert:

Die durch die CSRD erzwungene Transparenz wird zum Wettbewerbsfaktor. Mit nahezu vollständiger Abdeckung des DAX40 entsteht erstmals eine belastbare Grundlage, auf der Fortschritt künftig messbar und vergleichbar wird.

CSRD als entscheidender Hebel für die Klimatransition

Die CSRD erweist sich im whatif? Report 2025 als zentraler Treiber für die Klimatransition. Mit der CSRD beginnt eine neue Phase der Transparenz: Zum ersten Mal lassen sich Fortschritt und Wirkung der größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands in der Klimatransition vergleichbar messen.

Die drei Kennzahlen Baseline XDC, Target XDC und XDC Track Record machen sichtbar, wie ambitioniert, wie glaubwürdig und wie wirksam die Strategien der DAX40 tatsächlich sind.

Besonders der neu eingeführte Track Record quantifiziert erstmals den tatsächlichen Klimapfad eines Unternehmens auf Basis berichteter Emissionsdaten und macht die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Realität sichtbar.

Daniela Weber-Rey, Aufsichtsrätin und ehemalige Chief Governance Officer der Deutschen Bank, betont im Report: „Mit der verbesserten Datenlage unter der CSRD lernen wir: Offenlegung verändert Verhalten. Wo Fortschritt vergleichbar wird, steigt der Druck zur Umsetzung und damit die Steuerungsfähigkeit. Transparenz ist kein Risiko, sondern ein Hebel für Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsfähigkeit“.

Die CSRD mit den ESRS E1 markiert damit einen echten Paradigmenwechsel: Sie macht die Diskrepanz zwischen ambitionierten Zielen und tatsächlicher Umsetzung nicht nur sichtbar, sondern zunehmend auch haftungsrelevant, weil Transparenzpflichten den Fortschritt in der Entkopplung von Emissionen und Wertschöpfung messbar machen.

Fazit: Von Transparenz zu Steuerung

Der „whatif?“-Report 2025 zeigt: Die DAX40 stehen an der Schwelle von Transparenz zu Steuerung und von Ambition zu Umsetzung. 

Während die Datenqualität deutlich gestiegen ist und nahezu alle Unternehmen über Klimaziele verfügen, bleibt die Geschwindigkeit der tatsächlichen Emissionsreduktion hinter den Erfordernissen zurück. Die größte Herausforderung liegt nicht mehr im technologischen Bereich, sondern in Governance, Investitionskraft und Skalierung. 

Die CSRD wird damit zum entscheidenden Instrument, um aus bloßer Ambition messbare Wirkung zu machen – vorausgesetzt, Unternehmen nutzen die neue Transparenz als Hebel für echte Transformation statt als reine Berichtspflicht. 

Der vollständige „whatif?“-Report 2025 ist auf der Website von right° verfügbar. 

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