right° veröffentlicht whatif? Report 2025: DAX40 zeigen Fortschritt bei Klimazielen – doch das Tempo reicht nicht
Neue Analyse offenbart Innovationslücke und Diskrepanz zwischen Ambition und Umsetzung
Deutlich verbesserte Datenbasis durch CSRD
Diese Verbesserung ist direkt auf die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zurückzuführen, die Unternehmen zu geprüften, nachvollziehbaren Emissionsdaten verpflichtet. Damit wird erstmals eine belastbare Vergleichbarkeit der Klimaperformance möglich.
Alle analysierten DAX40-Unternehmen verfügen inzwischen über ein Klimaziel, 28 davon haben sich einem Science Based Target (SBT) verpflichtet.
Die verbesserte Transparenz macht jedoch auch sichtbar, wo erhebliche Umsetzungslücken bestehen.
Drei Kernergebnisse: Innovationslücke, Umsetzungsdefizit und Datentransparenz
1. Die Innovationslücke schließt sich nicht schnell genug:
Die Baseline XDC, also die Klimawirkung ohne zusätzliche Maßnahmen, beträgt im Median 4,3°C. Der entscheidende Punkt: Die Innovationslücke ist keine Wissenslücke mehr. Die Technologien für eine klimaneutrale Wirtschaft – von grüner Energie über Speichertechnologien bis zu digitalen Steuerungssystemen – existieren weitgehend. Ihr Einsatz scheitert an Skalierung, Investitionskraft und Governance.
2. Ein Ziel zu haben heißt nicht, es auch zu erreichen:
Die CSRD macht erstmals sichtbar, wer Klimaziele nur formuliert und wer sie tatsächlich umsetzt. Der XDC Track Record Combined, der die reale Klimawirkung seit 2019 misst, liegt bei 2,4°C.
Unternehmen mit Science Based Targets weisen zwar einen besseren Track Record auf (2,3°C) als solche ohne SBT (3,0°C), doch auch sie verfehlen das 1,5°C-Ziel im Median.
Die neue Kennzahl offenbart: Ambition und Umsetzung klaffen auseinander.
3. Die Datenlage hat sich weiter verbessert:
CSRD als entscheidender Hebel für die Klimatransition
Die drei Kennzahlen Baseline XDC, Target XDC und XDC Track Record machen sichtbar, wie ambitioniert, wie glaubwürdig und wie wirksam die Strategien der DAX40 tatsächlich sind.
Besonders der neu eingeführte Track Record quantifiziert erstmals den tatsächlichen Klimapfad eines Unternehmens auf Basis berichteter Emissionsdaten und macht die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Realität sichtbar.
Daniela Weber-Rey, Aufsichtsrätin und ehemalige Chief Governance Officer der Deutschen Bank, betont im Report: „Mit der verbesserten Datenlage unter der CSRD lernen wir: Offenlegung verändert Verhalten. Wo Fortschritt vergleichbar wird, steigt der Druck zur Umsetzung und damit die Steuerungsfähigkeit. Transparenz ist kein Risiko, sondern ein Hebel für Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsfähigkeit“.
Die CSRD mit den ESRS E1 markiert damit einen echten Paradigmenwechsel: Sie macht die Diskrepanz zwischen ambitionierten Zielen und tatsächlicher Umsetzung nicht nur sichtbar, sondern zunehmend auch haftungsrelevant, weil Transparenzpflichten den Fortschritt in der Entkopplung von Emissionen und Wertschöpfung messbar machen.
Fazit: Von Transparenz zu Steuerung
Während die Datenqualität deutlich gestiegen ist und nahezu alle Unternehmen über Klimaziele verfügen, bleibt die Geschwindigkeit der tatsächlichen Emissionsreduktion hinter den Erfordernissen zurück. Die größte Herausforderung liegt nicht mehr im technologischen Bereich, sondern in Governance, Investitionskraft und Skalierung.
Die CSRD wird damit zum entscheidenden Instrument, um aus bloßer Ambition messbare Wirkung zu machen – vorausgesetzt, Unternehmen nutzen die neue Transparenz als Hebel für echte Transformation statt als reine Berichtspflicht.
Der vollständige „whatif?“-Report 2025 ist auf der Website von right° verfügbar.