Science Based Targets (SBT): wissenschaftsbasierte Klimaziele sind ein Muss für effektiven Klimaschutz
Hier erfahren Sie, wie wissenschaftsbasierte Klimaziele – insbesondere die Science Based Targets der SBTi – Ihr Unternehmen zukunftsfähig machen.
Was sind Science Based Targets?
Die Science Based Targets initiative (SBTi) wurde 2014 vom Carbon Disclosure Project (CDP), dem UN Global Compact, dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF) ins Leben gerufen und hat sich seitdem zu einem wichtigen Standard für unternehmerischen Klimaschutz entwickelt.
Fast 10.000 Unternehmen verschiedenster Branchen weltweit, darunter auch viele deutsche Unternehmen, haben sich der SBTi bereits angeschlossen. Gut 7.000 davon verfügen sogar schon über validierte SBT.
So funktioniert die SBTi-Validierung
- Commitment Letter: Unternehmen reichen einen Commitment Letter ein, der ihre Absicht zur Entwicklung wissenschaftsbasierter Ziele erklärt. Dies gewährt Zugang zu SBTi-Ressourcen und setzt den Startpunkt für die Zielsetzung, die innerhalb von 24 Monaten erfolgen muss.
- SBT-Zielsetzung: Mithilfe des SBTi-Target Setting Tools werden spezifische Reduktionsziele entwickelt. Dabei werden Emissionsdaten analysiert, branchenspezifische Anforderungen als auch die erforderliche Abdeckung von Scope 1, 2 und 3 berücksichtigt.
- SBT-Einreichung: Die Ziele werden zur Prüfung eingereicht und anhand strenger Kriterien validiert, um sicherzustellen, dass sie mit dem 1,5-Grad-Ziel übereinstimmen.
- Umsetzung und Monitoring: Nach der Validierung werden die Klimaziele öffentlich kommuniziert und regelmäßig im SBTi-Dashboard überwacht. Unternehmen berichten jährlich über Fortschritte, um Transparenz zu gewährleisten und ihre Klimastrategie zu optimieren.
Warum empfiehlt SAIM wissenschaftsbasierte Klimaziele?
- Wissenschaftsbasierte Klimaziele erfüllen CSRD-Anforderungen: Mit wissenschaftsbasierten Klimazielen erfüllen Unternehmen die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) und können so umfassend über Klimaziele und Maßnahmen berichten. Diese Ziele erleichtern nicht nur die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, sondern überzeugen auch Investor:innen.
- Science Based Targets stärken den Wettbewerb: Über 10.000 Unternehmen weltweit, darunter führende DAX-Konzerne, haben sich beispielsweise der SBTi angeschlossen. Die Teilnahme zeigt Innovationsgeist und Umweltverantwortung, was Kund:innen, Geschäftspartner:innen und Talente anspricht. Unternehmen mit validierten Zielen nehmen eine Vorreiterrolle im Klimaschutz ein und sichern sich so einen Vorsprung in Verantwortung und Nachhaltigkeit.
- Science Based Targets unterstützen Risikomanagement und Resilienz: Eine klare Klimastrategie minimiert regulatorische Risiken durch strengere CO₂-Vorschriften und Marktveränderungen. Die Umstellung auf emissionsarme Prozesse verringert zudem die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und macht Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Energiepreisschwankungen.
- Vertrauen durch Prüfung unabhängiger Dritter: Validierte Klimaziele schaffen Transparenz und Glaubwürdigkeit bei Investor:innen, Kund:innen und Mitarbeitenden. Unabhängige Prüfungen stärken das Vertrauen in die Klimastrategie des Unternehmens und zeigen, dass es konkret zur Begrenzung der globalen Erwärmung beiträgt.
Klimaziele: Die zentralen SBTi-Standards im Überblick
1. SBTi Near-Term Targets:
2. SBTi Long-Term Targets (Corporate Net-Zero Standard):
Besondere Herausforderungen und Schwerpunkte der SBTi
Besondere Herausforderungen der SBTi sind dabei:
- Sektorspezifische Anforderungen: Jede Branche stößt unterschiedlich viele Treibhausgase aus und kann diese verschieden stark reduzieren. Die SBTi entwickelt daher spezielle Leitlinien für jede Branche, damit Unternehmen realistische und wirksame Klimaziele setzen können.
- Scope-3-Emissionen: Diese entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und lassen sich oft schwer messen. Die SBTi entwickelt ihre Methoden stetig weiter, damit Unternehmen diese komplexen Emissionen besser erfassen und senken können.
- Nachhaltigkeitskommunikation: Die SBTi verlangt von Unternehmen, dass sie offen über ihre Klimaziele und Fortschritte berichten. So gewinnen sie das Vertrauen ihrer Stakeholder und vermeiden den Vorwurf des Greenwashings.
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SBT: Zentrale Emissionsquellen im Überblick
1. Emissionsquellen in Scope 1 (direkte)
Scope-1-Emissionen entstehen durch die eigenen Anlagen und Prozesse eines Unternehmens. Dazu zählen Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe in Heizungen oder Produktionsstätten sowie Kältemittelleckagen.
Unternehmen müssen laut SBTi mindestens 95 % ihrer Scope-1-Emissionen in langfristige Klimaziele einbeziehen. Für kurzfristige Ziele gelten die gleichen Anforderungen, wobei Scope 1 und 2 zusammen betrachtet werden.
2. Emissionsquellen in Scope 2 (indirekte)
Scope-2-Emissionen resultieren aus dem Verbrauch zugekaufter Energie wie Strom, Wärme oder Kälte. Obwohl Unternehmen die Entstehung dieser Emissionen nicht direkt steuern können, können sie ihren Fußabdruck durch den Einsatz erneuerbarer Energien deutlich reduzieren.
Die SBTi erlaubt es, spezifische Ziele für den Bezug erneuerbarer Energien zu setzen. Langfristig müssen mindestens 95 % der Scope-2-Emissionen abgedeckt werden.
3. Emissionsquellen in Scope 3 (indirekt in der Wertschöpfungskette)
Scope-3-Emissionen umfassen alle indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette – von der Rohstoffbeschaffung bis zur Produktentsorgung. Diese stellen oft die größte Herausforderung dar, da Unternehmen nur begrenzten Einfluss auf externe Emissionsquellen haben.
Das GHG Protocol hat dafür 15 Kategorien definiert, um diese Komplexität zu strukturieren. Unternehmen müssen kurzfristig mindestens 67 % der relevanten Scope-3-Emissionen abdecken und langfristig 90 %, um die Dekarbonisierung der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Die SBTi entwickelt ihren Rahmen für Scope 3 kontinuierlich weiter, um Unternehmen bei der Reduktion dieser schwer kontrollierbaren Emissionen besser zu unterstützen.
Kompensationen (Carbon Credits) sind bei SBTi Ergänzung, kein Ersatz
Wissenschaftsbasierte Klimaziele können nicht erreicht werden, indem Unternehmen ihre Emissionen durch den Kauf von Carbon Credits ausgleichen (engl. Offsetting). Folgende Möglichkeiten sind jedoch ergänzend zur tatsächlichen Emissionsreduktion denkbar:
- Neutralisierung von Restemissionen: Carbon Credits, die nachweislich eine dauerhafte CO2-Entnahme aus der Atmosphäre ermöglichen, lassen sich verwenden, um Rest-Emissionen (i.d.R. 10%) zu kompensieren, die sich trotz aller Bemühungen nicht vermeiden lassen.
- Finanzierung zusätzlicher Klimaschutzmaßnahmen: Unternehmen können Carbon Credits außerdem nutzen, um Klimaschutzprojekte außerhalb ihrer eigenen Wertschöpfungskette zu finanzieren (engl. Beyond Value Chain Mitigation (BVMC)) und so einen zusätzlichen Beitrag zur globalen Emissionsreduktion zu leisten.
- Zusätzlichkeit: Die Kompensationsmaßnahmen müssen zusätzlich sein, d.h. es darf nicht sein, dass sie ohnehin durchgeführt worden wären.
- Verifizierbarkeit: Die Emissionsreduktionen oder -entnahmen müssen nachweisbar und unabhängig verifiziert sein.
- Dauerhaftigkeit: Die CO2-Speicherung muss langfristig gewährleistet sein.
SAIM berät Sie bei der SBTi-Validierung
- Zielsetzung: Passgenaue SBTs für Ihr Unternehmen.
- Validierung: Unterstützung bei der Einreichung und Prüfung.
- Integration: Verankerung der SBTs in Ihrer Gesamtstrategie.
- Umsetzung: Praktische Hilfe beim Monitoring und Reporting.
Noch Fragen? Wenden Sie sich gerne an SAIM.