An wen richtet sich diese Empfehlung? Weniger an CSRD-Berichte, die primär den Finanzmarkt adressieren und einer eigenen Governance unterliegen. Sondern vielmehr an freiwillige, kommunikative Nachhaltigkeitsberichte –die sich über den Finanzmarkt hinaus an multiple Zielgruppen richten: Mitarbeitende, Kund:innen, Partner:innen, Bewerber:innen, Medien. Berichte mit kommunikativem Anspruch, die nicht nicht-finanzielle Daten offenlegen, sondern eben auch Deutungen mitliefern, Haltung ausdrücken, überzeugen wollen. Es sind also vor allem die freiwilligen Berichte oder die kommunikativen Ergänzungen zum CSRD-Pflichtteil.
Doch das Format ist weit weniger entscheidend als die Frage: Wer liest diesen Bericht, und bedient sich jemand seiner Sprache?
- Für Unternehmen mit B2C-Kontakt oder in B2B2C-Konstellationen ist das Thema besonders dringlich. Ihre Berichte landen – direkt oder indirekt – in der Endverbraucherkommunikation.
- Für KMU ohne Berichtspflicht gilt: Freiwillige Berichterstattung kann die rechtssichere Kommunikation strukturell absichern. Wie das in der Praxis aussieht, haben wir im SAIM-Podcast zur freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung Aber auch sie sollte dann die EmpCo im Hinterkopf haben.
- Auch B2B-Unternehmen sollten nicht zu sorglos sein. Wer heute nur im B2B-Umfeld kommuniziert, ist scheinbar sicher – hat aber morgen möglicherweise Endverbraucher in der Kette – und begegnet ihnen mit Formulierungen, die im Bericht als selbstverständlich galten, aber nicht EmpCo-konform sind.