SBTi veröffentlicht zweiten Entwurf des Corporate Net-Zero Standard V2
Was ist neu?
Während der Anspruch weitgehend derselbe bleibt, sind die Zielvorgaben flexibler geworden, um sie für Unternehmen erreichbarer und handhabbarer zu machen. Es ist außerdem klar, dass die kommenden CSRD Anforderungen den Standard stark beeinflusst haben.
Corporate Net-Zero Standard V2: das neue Net Zero
Der neue Entwurf hat die Formulierung von „Net Zero Commitment“ zu „Net Zero Ambition“ geändert. Gleichzeitig ermutigt die SBTi Unternehmen dazu, ihre Perspektive zu verändern und Net Zero als „leitenden Nordstern“ zu betrachten – mit weniger Fokus auf die reine Zielerreichung und mehr auf die praktische Umsetzung im täglichen Geschäft.
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SBTi Corporate Net-Zero V2: Fokus auf Handlung und Wirkung
Unternehmen müssen beim SBTI Corporate Net-Zero Standard V2 weiterhin eine Zustimmung auf Vorstandsebene einholen, welche nun zusätzlich auch der Integration dieser Ambition in die kommerzielle Strategie zustimmen muss. Langfristige Ziele fokussieren sich weiterhin auf Emissionsreduktion. Kurzfristige Ziele beziehen sich jedoch nicht mehr ausschließlich auf Emissionen.
Dem Standard V2 wurde ein Anhang hinzugefügt, der Metriken aufführt, die verfolgt werden können. Fortschritte müssen durch sogenannte „glaubwürdige Maßnahmen“ untermauert werden. Diese Maßnahmen müssen bestimmten Integritätsanforderungen entsprechen und deren Einhaltung nachweisen. Sobald Unternehmen Net Zero erreichen, wird erwartet, dass sie diesen Zustand über das Zieljahr hinaus aufrechterhalten und darüber berichten. Dies wurde von der SBTi zuvor nicht berücksichtigt.
Net-Zero V2: Kein „One Size Fits All“ mehr für Nicht-sektorspezifische Standards
Viele wertschöpfungskettenbezogene Emissionen können durch Ziele zur Lieferanten oder Kundenangleichung abgedeckt werden, während andere spezifische Ansätze wie Kreislaufwirtschaftsziele haben, die sich auf Emissionen aus der End-of-Life-Behandlung konzentrieren.
Corporate Net-Zero V2: Zusätzliche Anerkennung
Ein höherer Standard gilt für Unternehmen, die einen „Leadership Status“ erreichen wollen. Diese müssen 100 Prozent der laufenden Emissionen adressieren und ein CO₂-Budget von mindestens 80 USD pro Tonne CO₂-Äquivalent anwenden. Kategorie B Unternehmen können diesen Status erreichen, indem sie lediglich die Scope 1 und Scope 2 Emissionen adressieren. Darüber hinaus verlangt ein neues Kriterium von allen Unternehmen, ab 2035 Verantwortung für einen bestimmten Prozentsatz ihrer laufenden Emissionen zu übernehmen.
Einflüsse der CSRD
Es gibt auch Anklänge an die CSRD im „Comply or Explain“-Ansatz, der bei einigen Kriterien angewendet wird. Unternehmen müssen das vorherige Jahr mit umfassenden Daten als Basisjahr verwenden, können jedoch davon abweichen, wenn dieses Jahr nicht repräsentativ für den normalen Geschäftsbetrieb ist, zum Beispiel aufgrund einer Naturkatastrophe. Dies muss jedoch transparent berichtet und begründet werden. Eine Liste der Mindestanforderungen für die Berichterstattung wurde in einen Anhang aufgenommen, und Unternehmen müssen nun auch eine Drittparteienprüfung ihrer Emissionen im Basisjahr einholen.